Nachruf – Hansi Jordan

Am Donnerstag, den 30.04.2026, ist unser langjähriges Mitglied Hansi Jordan im Alter von 87 Jahren verstorben. Unsere Gedanken sind in diesem schmerzvollen Moment bei seiner Familie, insbesondere bei seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern und bei allen Menschen, die um ihn trauern.
Hansi kam im Kindesalter als Kriegsflüchtling aus dem Sudetenland nach Trebur und fand schnell im Turnverein eine sportliche und persönliche Heimat. Er wirkte zunächst als Mitglied im Spielmannszug mit, bevor er über viele Jahre Handball auf dem Großfeld spielte. Im Turnverein lernte er auch seine Frau Hilde kennen, die sich in der Turnabteilung bewegte. Im Anschluss an seine aktive Sportlerlaufbahn engagierte er sich über 20 Jahre lang als Trainer der Herrenmannschaften und auch der Jugend. Für seine ruhige und korrekte Art an der Seitenlinie, seinen Spielern und dem Gegner gegenüber immer fair und respektvoll agierend, wurde der gelernte Karosserie-Konstrukteur über die Vereinsgrenzen hinaus sehr geschätzt, sodass er auch später noch als Zuschauer in jeder Halle mit offenen Armen empfangen wurde.
Als Trainer legte Hansi viel Wert auf Geselligkeit und lebte das nicht nur im sportlichen Alltag, sondern stets auch auf Turnieren, Kanufahrten auf der Lahn und Reisen nach Ischgl, die er organisierte. Später engagierte er sich als Schiedsrichter für die Jugendspiele, als Zeitnehmer, sogar mal als Nikolaus sowie – bereits im Rentenalter – nochmal als Jugendhandballtrainer.
Mit einem immer zuversichtlichen Blick für die nächste Generation gab Hansi seine Leidenschaft für den Handball auch seinen Kindern und Enkelkindern weiter. Er vermittelte ihnen, Mannschaftsport müsse man machen, um eine Gemeinschaft zu haben, zu der man gehört. Sie folgten seiner Haltung und trugen seine Ansätze später selbst als Trainer fort – so zum Beispiel seiner Idee, Jugendspieler nach einem Fehler immer erst zwei Angriffe später auszuwechseln, um ihnen eine Chance zu geben es besser zu machen.
Eine Haltung, die er selbst weit über die eigene Familie hinaus in den Verein einbrachte. Seine ruhige und wertschätzende Ansprache, immer auf Augenhöhe und doch nie um einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag verlegen, behielt er sich immer bei, sodass die jungen Spieler ihm auch im hohen Alter noch gerne zuhörten und in seiner Nähe weilten. Die Jugend war ihm wichtig, das zeigte auch die Geste anlässlich seines 80. Geburtstags, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen um Spenden für die Handballjugendarbeit in Trebur zu bitten.
Es berührte ihn, dass ihn bis zuletzt Spieler und Bekannte im Ort trafen und ihn fragten, wann er denn mal wieder in die Halle käme – dort wäre ein Platz für ihn frei. Er kam gerne. Nun aber bleibt Hansis Platz in der Halle frei – und es liegt an uns, diesen Platz mit all dem zu füllen, was ihm wichtig war: seinen aufrichtigen Werten, seinem Blick für die Jugend, seinem Sinn für Geselligkeit und seinem respektvollen Wesen.
Lucas Hellbusch, Im Namen des Handballvorstands
